Chamisso-Preis Dresden 2022 

für Katerina Poladjan 

Der diesjährige Chamisso-Preis Dresden wird an die Schriftstellerin Katerina Poladjan verliehen.

Die Preisträgerin Katerina Poladjan, geboren 1971 in Moskau, stammt aus einer Künstlerfamilie armenischer Herkunft. Sie kam Ende der 1970er Jahre nach Deutschland; war Schauspielerin und ist Schriftstellerin, schreibt Essays, Romane und Theatertexte. Sie hat mit ihren vier Romanen einen neuen, eigenständigen Ton in die deutschsprachige Literatur gebracht, schwebend zwischen Geschichte und Fiktion. Die Lebensgeschichte öffnet sich zur Geschichte der Familie, zur Vorgeschichte unserer Gegenwart, zur Geschichte des mörderischen 20. Jahrhunderts; die Erzählerinnen bewegen sich zwischen der Welt ihrer Herkunft – Sowjetrussland, Armenien – und suchen nach einer Wahrheit, die es nicht gibt, und Heimat, die sich nur der Hoffnung zeigt. Sie nimmt ihre Leserinnen und Leser mit auf die „Suche nach einer Sprache, die in der Vergangenheit eine Spur der Zukunft entdeckt“ (Katrin Schumacher, Jurymitglied). Der Chamisso-Preis würdigt diese große Literatur deutscher Sprache – jenseits nationaler Einsinnigkeit.

Die Preisverleihung findet am Freitag, den 23. September 2022, im St. Benno-Gymnasium in Dresden statt. Die Abendveranstaltung wird mit einem Vortrag von Frau Richterin am Bundesverfassungsgericht Prof. Dr. Christine Langenfeld eröffnet. Die Laudatio auf die Preisträgerin wird die Literatur-Redakteurin Anne-Dore Krohn (rbb) halten.

Der Chamisso-Preis Dresden wurde 2017 neugestiftet und wird von dem gemeinnützigen Verein Bildung und Gesellschaft e.V. aus Dresden getragen – seit diesem Jahr in Zusammenarbeit mit der Internationalen Chamisso-Gesellschaft mit Sitz in Berlin. Mit dem Chamisso-Preis Dresden werden Autorinnen und Autoren geehrt, die durch ihr Schreiben die Erfahrungen ihrer Biografie mitteilen und einen erweiterten Blick auf unsere Gesellschaft und ihre Offenheit gegenüber anderen Kulturen ermöglichen. So setzt der Preis ein Zeichen für die Fortentwicklung unserer Gesellschaft hin zu einer neugierigen und zukunftsfähigen Gemeinschaft kultureller Vielfalt.

Die Jury setzt sich aus Herrn Axel Helbig (Redakteur der Literaturzeitschrift „Ostragehege“), Herrn Prof. (em.) Dr. Walter Schmitz (Vorsitzender von Bildung und Gesellschaft e.V.), Frau Dr. Katrin Schumacher (Literatur-Redakteurin beim MDR), Frau Dr. Wiebke Sievers (Österreichische Akademie der Wissenschaften) und Frau Dr. Jutta Weber (Vorsitzende der Internationalen Chamisso-Gesellschaft, Berlin) zusammen.

Die Förderer des Chamisso-Preises sind die C.H.Beck Stiftung aus München, das Forum Tiberius, die Ostsächsische Sparkasse und die Sächsische Aufbaubank. Ihnen gebührt unser Dank für die Unterstützung des Preises.